Voll verthripst

Ja, wir haben wieder einen Neuzugang in der Schädlings-Community. Vor kurzem posaunte ich noch ganz stolz: Yeah, alles voller Spinnmilben, aber immerhin hab‘ ich keine Thripse. Woraufhin dann prompt ein Blatt des Elefantenohrs umgedreht wurde und man mir mitteilte: Ach guck, Thripse.

Die Tierchen sind nur wenige Millimeter groß, schwarz-braun gefärbt und sitzen sowohl auf den Blättern als auch im Substrat. Zum Überleben brauchen sie den Zellsaft ihrer Wirtspflanze, findet man also silberne Saugspuren auf den Blättern, sollte man ganz schnell mal einen prüfenden Blick auf die Pflanze werfen. Und wenn’s dolle silber ist, einfach das Lametta abnehmen.

Thripse sind übrigens auch unter den Namen Gewittertierchen, Blasenfuß oder Fransenflügler bekannt. Welche körperlichen Merkmale kann ich denn aus diesen Bezeichnungen ableiten? Wenig Flügel, dafür viel Fuß? Und wenn sie abheben, kracht es?

Die viel wichtigere Frage ist aber wie immer: Was hilft dagegen? Joa, das Übliche. Frisch aus dem Nützlings-Zoo können Raubmilben, Florfliegen oder auch Nematoden ausgesetzt werden. Wenn man sehr gerne Fenster putzt (is‘ klar…), kann man die Pflanzen auch alle paar Tage mit Brennnessel-Knoblauch-Sud oder einer Olivenöl-Spüli-Mischung besprühen. Vorbeugend soll auch Neem-Öl helfen, das habe ich aber noch nicht ausprobiert. Ansonsten wie immer Luftfeuchtigkeit erhöhen und ab und zu mal abduschen. Ich leg den Blumensprüher mittlerweile fast gar nicht mehr aus der Hand und höre regelmäßig Widerworte, wenn meine bessere Hälfte in den Sprühstrahl gerät. Und wenn die Heizung läuft, stehen überall noch mit Wasser gefüllte Schälchen, was wiederum eher nach einer Alien-Abwehr als nach einer Maßnahme zur Raumklimaverbesserung aussieht.

Kürzlich hat sich auf dem Elefantenohr noch eine kleine Spinne angesiedelt. Für mich sieht es ganz so aus, als hätte sie ihren Hauptwohnsitz einfach direkt am Buffet angemeldet und ich unterstütze sie in ihrem Vorhaben. Allerdings wirken auch die Thripse noch tiefenentspannt, was wiederum darauf schließen lässt, dass die Spinne entweder auf Diät (man will sich ja nicht schon vor den Feiertagen überfressen) oder einfach ein bisschen dumm ist. Das Elefantenohr und ich, wir duschen jetzt jedenfalls gemeinsam. Ich muss nur vorher jedes Mal die Spinne auf die Monstera umsiedeln. Mal gucken, wie lange die das mitmacht. Mich würde dieser Umzugsstress auf Dauer ja ein bisschen fertig machen…

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