Wer mit Wem

Wenn man ein Hochbeet bepflanzen möchte, sollte man sich im Vorfeld ein paar Gedanken darüber machen, welche Pflanzen man wo positionieren möchte. Mit anderen Worten: man sollte es nicht so machen wie ich. Also alles rein, bis es überquillt.

Nichtsdestotrotz will man natürlich den Platz optimal ausnutzen. Zusätzlich ist eine Mischkultur besser vor Schädlingsbefall geschützt. Hierbei muss man jedoch wissen, dass es in einem Beet nicht anders zugeht als auf einem Schulhof. Die kleinen blonden Pferdemädchen und späteren Influencer können gut mit denen, die aus der hintersten Reihe immer mit Papierkügelchen werfen. Es gibt Sonderlinge, die nicht auffallen und welche, die es tun und damit nicht vorhandene Aufmerksamkeitsdefizite vorab ausgleichen. Knoblauch beispielsweise kann gut mit Erdbeeren, Möhren oder Kartoffeln. Hat mich gefreut, dass zu lesen, denn die Möhrensamen sind eher zufällig im Hochbeet zwischen den Knoblauch gerutscht. Knoblauch mag auch Basilikum und Tomaten. Da kann ich dann gleich noch eine Kugel Mozzarella dazulegen, man muss ja schließlich wissen, was einen erwartet. Auch die Kombinationen Erdbeeren, Radieschen und Feldsalat, sowie Tomaten und Möhren funktionieren gut. Basilikum mag eigentlich alle. Die Dinos auch.

Und dann gibt es Kandidaten, die haben einfach nicht viel gemeinsam. Wie bei einigen Menschen. Sie kommen zur Tür herein, haben noch nicht den Mund aufgemacht und man weiß schon, dass nicht einmal ein gemeinsames Besäufnis zu einer Freundschaft führen wird. Im Gegensatz zu den Pflanzen kann ich das meist nicht an konkreten Merkmalen festmachen. Pflanzen denken sich einfach: „Ey, der Bumskopf da drüben will die gleichen Nährstoffe haben wie ich und wirft zu viel Schatten. Ich mag ihn nicht.“ Und fertig. So geht es beispielsweise Knoblauch und Bohnen und Kohl. Sonnenblumen stehen nicht auf Kartoffeln und Spinat mag keine Rote Beete.

Das sind hier natürlich nur ein paar Beispiele, die vielen Antipathien, Affären und Affinitäten bedürfen einer genaueren Betrachtung, wenn man denn tatsächlich ein Hochbeet bepflanzen möchte. Also vorher.

Oder man arbeitet einfach alles nacheinander ab. Man pflanzt also im ersten Jahr die Kandidaten, die den Boden besonders stark auszehren, also beispielsweise Tomaten (blonde Pferdemädchen!), im zweiten Jahr dann die Mittelzehrer, z.B. Kopfsalate oder Kohlrabi und im dritten Jahr schließlich die Schwachzehrer, Radieschen oder Möhren. Radieschen gehen immer. Bei mir macht das allerdings keinen Sinn, die Hochbeete sind so klein, dass ich bequem einen Teil der Erde mal austauschen kann.

Ich bleibe also bei meiner Chaosbepflanzung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.