Alles winterfest

Man muss jetzt leider wirklich zugeben, dass der Sommer vorbei ist. Spätestens, wenn mir in Bremerhaven an vier von fünf Tagen auf dem Fahrrad der Nieselregen waagerecht in die Kapuze getrieben wird, kann ich es nicht mehr leugnen. Es ist Herbst (drei von fünf Tagen Niesel wäre noch Spätsommer). Und was macht man im Herbst? Richtig. Sich auf den Winter vorbereiten und da kann man auch bei den Zimmerpflanzen das ein oder andere tun.

Winterfest bedeutet: ich gieße deutlich weniger und dünge so gut wie gar nicht mehr. Prophylaktisch werden nochmal alle abgeduscht und Raubmilben ausgesetzt. Nach diesem Sommer voller Spinnmilben, Blatt- und Schmierläuse bereite ich mich auf einen langen und erbitterten Kampf vor. Einige Pflanzen habe ich auch ordentlich verschnitten, z.B. den Bleiwurz oder den Hibiskus. Eigentlich macht man das ja eher im Frühjahr wenn die Wachstumsperiode beginnt und eben nicht im Herbst, aber da ich in den dunkleren Ecken Pflanzenlampen aufstellen muss und der Platz darunter begrenzt ist, muss das Haupthaar teils ein wenig gestutzt werden damit auch alle von dem Licht profitieren.

Die Dipladenien haben die Tageslichtlampen offenbar gefunden…

 

Ein Blick hinter die Gardine

Apropos – ich teste diesmal ein neues Modell: bisher sind ja die Fensterbrettbewohner mit Tageslichtlampen (kaltweißes Licht à 5500K) durch den Winter gekommen, jetzt habe ich mal Wachstumslampen aufgestellt. Sie leuchten grell pink. Jetzt fehlt in unserem Wohnzimmer nur noch die Tanzstange, dann ist das Ambiente perfekt. Den Pflanzen gefällt es augenscheinlich gut, das Zebrakraut fängt sogar wieder an zu blühen. Ich trau mich allerdings nicht, einen Dino darunter zu setzen. Nicht, dass der auch noch wächst.

Auf dem Balkon sieht es dagegen wesentlich trauriger aus als in unserem pinken Wohnzimmer: Die Hochbeete sind leer und die Bäume haben ihr Laub verloren und bilden jetzt eine Ansammlung dekorativer Äste. Ich lasse die Töpfe auch grundsätzlich draußen, einheimische Bäume sollten den Frost ja abkönnen. Nur wenn die Temperaturen mal weit unter Null fallen sollten und ich befürchten muss, dass die Erde im Topf als Isolierung nicht ausreicht, nehme ich sie in die Wohnung. Da die Winter in Bremerhaven aber eher nass als kalt sind, muss ich mir da wohl keine Sorgen machen.

 

Winterfest heißt hier aber auch, dass der Knoblauch für nächstes Jahr in der Erde ist und die Frühlingszwiebeln 2.0 in den Startlöchern stehen. Mit anderen Worten: Sieht tot aus, is aber nicht. Ich habe die naive Hoffnung, dass wir nächstes Jahr einen Sommer ohne ein Gerüst vor dem Fenster erleben und ich werde vorbereitet sein. Bei den Frühlingszwiebeln habe ich mich dieses Mal für Narzissen, lila Krokusse und pinke Hyazinthen entschieden. Ich erwarte also ein Blumenmeer und kindskopfgroße Knoblauchknollen.

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