Rhododendren und eine Dicke Banane

Es wurde mal wieder Zeit für einen Ausflug. Und da wir nicht immer durch die botanischen Gärten irgendwo in Europa tingeln können, haben wir uns diesmal ein Ziel ganz in der Nähe ausgesucht.
Die Botanika befindet sich mitten im Rhododendronpark in Bremen und wenn man keinen Wert auf vor sich hin schlendernde, Blüten bewundernde, beigefarben gekleidete Touristengruppen hat, lohnt sich ein Besuch der Gewächshäuser auch im Herbst.

Der Rundgang beginnt in einem japanischen Garten, voll ausgestattet mit Koi-Teich, reichlich Bambus und übergroßem, goldenem Buddha. Für meinen Geschmack immer etwas zu ordentlich, aber wenn es langweilig wird, hält man einfach die Hand in den Teich und verarscht die Fische, die einem dann in heller Aufregung die Knöchel abschnubbeln. In einem Nebenraum finden sich noch zwei junge Gibbons, die im Gehege Partys feiern und jedem Besucher mit nur einem Blick klar machen können, wie spießig und altbacken er ist.

 

Weiter geht der Rundgang durch die Pflanzenwelt des Himalayas, Südchinas, Borneos und Neuguineas. Eigentlich geht’s dabei ja hauptsächlich um die Vielfalt der Rhododendron-Arten, aber ich fand die Farne mindestens ebenso dekorativ. Die Gewächshäuser waren erstaunlich kühl und einige Bewohner sahen aus, als ob der Herbst ihnen gewaltig gegen den Strich ging. Der ständig plätschernde Wasserfall baute zunehmend Druck auf meine Blase auf, da fanden wir den chinesischen Pavillon und tranken erstmal einen Tee.

 

 

Das Highlight des Besuchs war die Sonderausstellung mit den tropischen Schmetterlingen. Nach der kühlen Umgebung betrat man endlich ein feucht-warmes Gewächshaus, in dem in allen Ecken große, bunte Flatterfalter umherschwebten. Am häufigsten vertreten war ein braun gemustertes Exemplar mit einem Eulenauge auf dem Flügel. Da dieser Schmetterling eigentlich ein Schädling für die Bananenpflanzen ist, nennt man ihn – ihr ahnt es – Dicke Banane. Die Art ist hauptsächlich in der Dämmerung aktiv und hing bei Tageslicht einfach zwischen den Pflanzen ab.

 

Suchbild: Wo ist der Mensch?

Nach den Gewächshäusern gelangt man ins Entdeckerzentrum, welches vor allem den jüngeren Besucher Spiel, Spaß und Spannung (leider keine Schokolade) bietet. Trotzdem standen wir eine ganze Weile vor der Nachbildung der Venusfliegenfalle, steckten abwechselnd unsere Hände hinein und freuten uns darüber, dass die Falle tatsächlich zuschnappte (uuuiiii, nochmaaal).

Vielleicht gehen wir doch mal im Frühjahr hin…

 

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