Wie Staubfänger, nur nützlich

Und es gibt mal wieder einen (nicht mehr ganz so neuen) Trend, dem ich hinterherlaufen kann. Ich, ständig gebeutelt von Pflanzen-Platzproblemen, springe naturgemäß auf alles an, was eine Lösung verspricht. Dass man seine grünen Mitbewohner auch aufhängen kann, ist ja gemeinhin bekannt, aber man kann nun auch viel Aufwand betreiben, um sie möglichst DEKORATIV aufzuhängen. Und da eben alles, was vor ein paar Jahren noch spießig war, jetzt voll hip ist, heißt das Zauberwort hier Makramee. Knote dich glücklich.

So saßen dann auch meine bessere Hälfte, ich und meterweise Schnur sonntags auf der Couch, schauten eine Doku und knoteten in trauter Zweisamkeit vor uns hin. Mittendrin statt nur dabei und wie immer direkt am Puls der Zeit. Ich werde an dieser Stelle nicht jeden Knoten erläutern, dazu gibt es bereits unzählige Anleitungen, die im großen, weiten Internet umherschwirren. Da hat es dann auch der letzte Drops verstanden. Der Kern der Sache ist also ein geknüpfter Pflanzenaufhänger. Hätte ich auch selbst drauf kommen können. Mein erster Versuch sieht so aus:

 

Als Vollzeit-Makramee-Beauftragte/r würde man natürlich noch dekorative Holzringe oder –perlen einfügen, aber mir reicht es im Moment, wenn es einigermaßen hält, in den Augen nicht wehtut und mit dem Eigengewicht den Deckenputz nicht herunterholt. Für den ersten Eindruck wurde Zoran, das Zebrakraut auserwählt, den Aufhänger zu testen. Es handelt sich hier um eine Wiedergutmachung. Zoran hatte mal wie blöde vor sich hingewuchert, woraufhin ich ihm einen akkuraten Topfschnitt verpasst habe. Diesen Styling-Fauxpas hätte mir wohl jeder übel genommen. So auch er, der dann erstmal gar nicht mehr wuchs. Er soll nun also einen Sonderplatz nahe der Tageslichtlampe bekommen.

Dabei fielen mehrere Dinge unangenehm auf:

  1. Zorans Untersetzer ist grottenhässlich. Ich habe aber gerade keinen passenden und möchte außerdem vermeiden, dass das Wasser bei jedem Gießen auf den darunter stehenden Schreibtisch und damit früher oder später in meinen Tee tropft. Er muss also bleiben.
  2. Das ganze Ding ist schief. Macht nix, das kann man mit dem richtigen Lichtwinkel kaschieren.
  3. Ich habe kein richtiges Makrameegarn genommen, sondern nur eine schnöde, weiße und viel zu glatte Schnur, bei der die Knoten an den Rändern sich immer wieder lockern. Toll. Und ich habe noch ca. 200m davon.
  4. Ich habe es zu kurz geplant. Jetzt hängt es viel zu hoch und ich muss zum Gießen immer auf den Schreibtisch steigen. Vielleicht nehme ich dafür doch lieber einen Kaktus.

Diese Kleinigkeiten halten mich jedoch nicht davon ab, noch zwanzig weitere zu knüpfen. Oder auch mehr, je nachdem wie viel die Decke so aushält. Als Besucher erlebt man bei uns dann nicht nur einen Pflanzenparcour auf dem Fußboden, sondern muss auch auf die Decke achten. Ich hänge die richtig fiesen Kakteen mal lieber nicht auf Augenhöhe. Wohlfühlen wird bei uns groß geschrieben.

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